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Konzertgitarre E-Gitarre Westerngitarre E-Bass

Was ist die Saitenlage und wie stelle ich sie ein

Der Begriff Saitenlage beschreibt, wie Hals und Saiten relativ zueinander eingestellt sind. Das Spielgefühl wird davon maßgeblich beeinflusst. Es geht im Grunde darum, mit wieviel Abstand die Saiten über den Hals laufen. Diese Einstellung ist eine absolut persönliche Sache, und jeder Gitarrist wird seine eigene Saitenlage bevorzugen.

Niedrige Saitenlage

Die Saiten laufen über den Hals Richtung Kopfplatte

Unter diesem Begriff versteht man das Ideal der Halseinstellung. Eine niedrige Saitenlage ist erstrebenswert, weil sie das Greifen vereinfacht. Je niedriger die Saiten über dem Hals laufen, umso weniger Kraft braucht es sie auf die Bünde zu drücken. Eine zu niedrige Saitenlage führt allerdings zum Schnarren der Saiten. Dann berühren die Saiten während des Schwingungsvorgangs die Bünde und die Gitarre klingt ähnlich wie eine Sitar. Dieser negative Effekt macht sich umso weniger bemerkbar, je höher der Verzerrungsgrad des Verstärkers .

Je nach Gitarre und Spieltechnik nimmt man einen gewissen Anteil des Schnarrens entweder hin, oder man arbeitet mit den im folgenden beschriebenen Parametern und stellt die Saitenlage etwas höher.

Der Halsspannstab

Der Verlauf des Halsspannstabs im Inneren

Die wichtigste Einstellmöglichkeit ist die des Halsspannstabs. E-Gitarren und moderne Westerngitarren haben einen solchen Stab in den Hals eingesetzt. Er ist meist am Übergang vom Hals zum Kopf über eine Öffnung zu erreichen. Er verläuft bogenförmig, wie auf der Abbildung rechts zu sehen. Wird dieser Stab gespannt, krümmt er den Hals dem Saitenzug entgegen. Lockern der Spannung bewirkt das Gegenteil, der Hals gibt dem Saitenzug nach und die Saitenlage wird höher.

Die Krümmung des Halses

Vorsicht: Die folgenden Darstellungen sind nicht maßstabs-getreu, sondern bewusst übertrieben dargestellt um die Unterschiede zu verdeutlichen!

Zu starke Krümmung

Beginnen möchte ich mit ein paar Darstellungen von Hälsen mit zu starker Krümmung und warum eine solche Einstellung nicht wünschenswert ist.

E-Gitarrenhals mit starker Krümmung

Auf dem Bild sieht man besonders in der Vergrößerung, dass eine deutliche Krümmung erkennbar ist und wie hoch die Saiten jenseits des 12. Bundes liegen. Mit einer solchen Einstellung wird man in den hohen Lagen nur schwer spielen können.

Zu hoher Abstand zwischen Saiten und Bünden in höherer Lage

Von Vorteil ist diese Einstellung eventuell, wenn man nur Akkorde auf den ersten 5 Bünden greift, oder als purer Rhythmusgitarrist. Denn vernünftig eingerichtet wird man beim Spielen von offenen Akkorden so kein Saitenschnarren bekommen. Für alle anderen Fälle sei von einer übermäßigen Krümmung abgeraten.

Zu gerader Hals

Kaum Abstand zwischen Saiten und Bünden

Ein gerader Hals ohne Krümmung bedingt fast immer den Kompromiss, dass man mit leicht bis mittelstark schnarrenden Saiten leben muss. Schließlich haben die Saiten fast keinen Platz wirklich frei zu schwingen. Von Vorteil ist diese Einstellung nur für Flitzefinger-Spieler mit nicht zu starkem Anschlag. Für das Greifen der Saite braucht man nämlich kaum noch Kraft. Gut klingen wird die Gitarre so wahrscheinlich nicht, und ohne Verzerrung wird das Schnarren nicht zu bändigen sein.

Leichte Krümmung

Eine leichte Krümmung ist in der Regel wünschenswert

Dieses Bild kennen wir schon vom Seitenanfang. Der Hals besitzt eine leichte Krümmung entlang der grünen Linie, ohne dass die hohen Saiten zu weit vom Griffbrett entfernt laufen. Das ist wichtig, damit auf dem gesamten Hals bequem gegriffen werden kann. Gleichzeitig verhindert die etwas höhere Saitenlage in den oberen Lagen, dass Saiten schnarren, also bei der Schwingung die Bundstäbe berühren.

Ein leicht gekrümmter Hals mit gegriffener Saite

Auf nebenstehendem Bild ist bei dieser Einstellung eine gegriffene Saite zu sehen. Sie hat noch genug Abstand zum Hals, so dass Saitenschnarren nur bei starkem Anschlag der Saite passieren sollte. Mit einer solchen Einstellung ist man als Anfänger in der Regel am Besten beraten.

Faustregel für die Einstellung und Erkennung

Darstellung der einzelnen Schritte zur Anwendung der Faustregel

Um diese leichte Krümmung einzustellen, kann man nach folgender Faustregel verfahren: Eine der Saiten wird gleichzeitig am 1. und am 17. Bund gegriffen. Zwischen Saite und 9. Bund sollte nun noch ein kleiner Spalt zu sehen sein. Man sagt hier auch Plektrendicke als Vorgabe. Wie du siehst habe ich etwas weniger Spalt, hier wirken sich kleine Drehungen am Spannstab eventuell sehr deutlich aus. Deshalb für den Anfang lieber Viertel- oder sogar Achteldrehungen für die Änderung.