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Konzertgitarre E-Gitarre Westerngitarre E-Bass

Wie stelle ich die Oktavreinheit ein

Die Oktavreinheit bewirkt, dass eine gestimmte Leersaite über den gesamten Hals ohne Verstimmung gegriffen werden kann. Eine Gitarre mit schlecht eingestellter Oktavreinheit klingt in hohen Lagen verstimmt, weil die Saitenlänge zwischen Bünden und Steg nicht stimmt. Mit einfachen Mitteln lässt sich eine E-Gitarre oktavrein machen. Bei einer Western- oder Konzertgitarre ist dies nicht ohne Weiteres möglich, meist aber auch nicht notwendig.

Die Saitenreiter

Für die Einstellung der Oktavreinheit wenden wir uns dem Steg zu. Hier befinden sich Schrauben, mit deren Hilfe der Saitenreiter vor und zurück bewegt werden kann.

Der Steg mit den Saitenreitern und den dazugehörigen Einstellschrauben

Der Saitenreiter ist das Bauteil, mit dem die Saiten als Erstes in Kontakt treten. Wir werden dafür sorgen, dass auf einer gestimmten Leersaite auch alle gegriffenen Töne die richtige Stimmung haben. Du benötigst für die weitere Arbeit meiner Meinung nach ein kabelgebundenes Stimmgerät, weil diese nicht störanfällig gegenüber dem Schall deiner Umgebung sind. Die Messung sollte nämlich möglichst genau erfolgen. Außerdem sollte das Stimmgerät chromatisch messen, also alle Halbtöne erkennen können. Außerdem wirst du einen kleinen oder mittleren Kreuzschraubenzieher benutzen. Stimme nun zunächst alle Leersaiten. Im nächsten Schritt werden wir den Zustand der Oktavreinheit herausfinden.

Vergleich Leersaite und gegriffener Ton

Nachdem du die Leersaiten gestimmt hast, vergleichst du nun Saite für Saite die Stimmung mit gegriffenen Tönen. Wähle dafür Töne jenseits des 15ten Bundes. Ich persönlich nutze wahllos Töne zwischen dem 15ten und 22ten Bund.

Nun gibt es 3 Möglichkeiten. Im Idealfall sind die gegriffenen Töne bereits perfekt in Stimmung. Dann musst du diese Saite nicht in der Oktavreinheit ändern.

Der gegriffene Ton ist zu hoch

Die schwingende Saite wird mit dem Saitenreiter verlängert

Sollte der gegriffene Ton zu hoch sein, dann ist das schwingende Stück Saite zwischem dem Bund und dem Steg zu kurz. Denn je kürzer die Saite, desto höher der Ton, wie wir vom normalen Greifen her wissen. Du entspannst nun die Saite, bis sie locker schlabbert und keinen Druck mehr auf den Saitenreiter ausübt. Das ist wichtig, um nicht unter Saitenspannung Furchen in die Stegplatte zu ziehen oder sonstwie die Hardware zu beschädigen.

Ist die Saite gelockert, drehst du die Einstellschraube so, dass sich der Saitenreiter vom Hals entfernt. Die schwingende Saite wird dadurch verlängert. Drehe nicht zuviel, sondern stimme die Saite bald wieder und kontrolliere die Stimmung der gegriffenen Töne erneut. Solltest du die schwingende Saite nicht genug verlängert haben, wiederhole den Vorgang, bis alle Töne auf der Saite in Stimmung sind.

Der gegriffene Ton ist zu tief

Die schwingende Saite wird mit dem Saitenreiter verkürzt

Wenn die Leersaite in Stimmung ist und der gegriffene Ton zu tief, besteht das umgekehrte Problem. Die schwingende Saite ist zu lang und muss verkürzt werden. Der Saitenreiter soll dazu in Richtung des Halses bewegt werden. Mit etwas Erfahrung findest du hier schnell die notwendige Anzahl Drehungen heraus.

Der Aufwand lohnt sich

Mit etwas Übung lässt sich die Untersuchung und Einstellung der Oktavreinheit in 10 Minuten erledigen. Nach getaner Arbeit hast du eine Gitarre, die über das gesamte Griffbrett in Stimmung ist und dir ein gutes Spielgefühl gibt.