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Konzertgitarre E-Gitarre Westerngitarre E-Bass

Die Entwicklung einer elektrisch verstärkbaren Gitarre

Die akustische Gitarre in den Big Bands

In den 1920er Jahren beginnt die Zeit der Big Bands, auch Jazz Orchester genannt. In diesen Gruppen geben Blasinstrumente den Ton an, die Gitarre zählt mit Schlagzeug und Bass zu den Rhythmusinstrumenten. Dies resultiert nicht zuletzt auch aus der im Vergleich zu geringen Lautstärke. Trotz der Entwicklung von besonders großen und lauten Instrumenten können sich nur kraftvoll gespielte Akkorde überhaupt gegen Trompete und Posaune durchsetzen. Hörbare Melodien oder ähnliches bleiben in dieser Besetzung zunächst undenkbar.

Erst in der Mitte der 1930er Jahre ergibt sich mit der Entwicklung der Gitarren-Tonabnehmer die Möglichkeit zur Verstärkung. (FORTSETZUNG FOLGT)

Wie funktioniert ein Tonabnehmer?

{{ "[![Ein Singlecoil-Tonabnehmer für E-Gitarren](image://pickup/singlecoil-300x188.jpg?classes=floatleft)](image://pickup/singlecoil-800x500.jpg)"| markdown }}

Der Typ Tonabnehmer, der hier beschrieben werden soll, ist der klassische Singlecoil, wie er in dieser grundlegenden Bauweise entwickelt und bis heute gefertigt wurde. Singlecoil bedeutet übersetzt Einspuler, warum wird weiter unten erklärt. Er funktioniert über Magnetismus, daher funktioniert er nur mit Stahlsaiten. Am Tonabnehmer fallen sofort die 6 metallenen Stäbe auf, die auf der Oberseite herausschauen.

{{ "[![Die 6 Einzelmagnete des Tonabnehmers](image://pickup/explode_polepieces-300x150.jpg?classes=floatright)](image://pickup/explode_polepieces-800x400.jpg)"| markdown }}

Diese "Stäbe" sind 6 einzelne Magnete, welche sich über die gesamte Höhe des Tonabnehmers erstrecken. Sie werden auf englisch Polepieces genannt, was wörtlich mit Polschuh übersetzt wird, von der Bedeutung her vielleicht als Magnetfeld-Anker bezeichnet werden kann. Für jede Gitarrensaite ist also ein Magnet vorhanden. Manche Tonabnehmer haben Metallkappen, dann sind die Magnetenden nicht sichtbar. Bei anderen Modellen liegen die Magnete am unteren Ende der Polepieces. Irgendetwas Magnetisches muss immer vorhanden sein, um die im Folgenden beschriebenen physikalischen Wirkungen zu erzielen.

{{ "[![Die Wicklung innerhalb des Tonabnehmers](image://pickup/explode_windungen-300x143.jpg?classes=floatright)](image://pickup/explode_windungen-800x382.jpg)"| markdown }}

Um die gesamte Breite des Tonabnehmers herum wird eine einzelne aber sehr lange Spule aus Draht gewunden. Daher die Bezeichnung Singlecoil. Die Anschlusskabel des Tonabnehmers sind mit dieser Spule verbunden, das eine Ende der Spule mit einem Kabel, das andere Ende mit dem Anderen. Spule und Magneten erzeugen zusammen das Magnetfeld, das zur Abnahme der Saitenschwingungen erforderlich ist. Natürlich besteht die Spule aus mehr Wicklungen als gezeigt. Die Zahl schwankt je nach Modell, aber mehrere Tausend Wicklungen sind es immer.

{{ "[![Alle Bestandteile eines einfachen Tonabnehmers](image://pickup/explode_komplett-300x144.jpg?classes=floatleft)](image://pickup/explode_komplett-800x383.jpg)"| markdown }}

Hier sind nun die genannten Bestandteile auf einem Bild zu sehen. Die Spule umschließt die 6 Einzelmagneten und ist mit den Anschlußkabeln verbunden.

{{ "[![Die magnetische Ausrichtung der Polepieces](image://pickup/singlecoil_magnete-300x151.jpg?classes=floatright)](image://pickup/singlecoil_magnete-800x403.jpg)"| markdown }}

Die Magnete sind in der Regel so ausgerichtet, dass ihr magnetischer Nordpol nach oben zeigt und der Südpol unten liegt. Dies hat keine bestimmten Gründe, allerdings müssen die Pole bei allen Magneten gleich ausgerichtet sein. Die Benennung von Nord und Süd erleichtert im Folgenden die Beschreibung der physikalischen Gesetzmäßigkeiten. Das Phänomen nennt sich "Induktion".

Induktion bedeutet im Fall des Tonabnehmers, dass durch änderung des Magnetfelds eine elektrische Spannung in der Spule erzeugt wird. So wie fließender Strom ein Magnetfeld erzeugt, lässt sich umgekehrt aus einem Magnetfeld Strom erzeugen. Wird ein Magnet in einer Spule bewegt, lässt sich in der Spule ein elektrischer Strom messen. Nun sind die Magnete und Spule beim Tonabnehmer fest miteinander verbunden und lassen sich nicht hin und her bewegen. In der Spule wird also zunächst nichts passieren.

{{ "[![Tonabnehmer mit Saite und Magnetfeld](image://pickup/magnetfeld-neutral-300x225.jpg?classes=floatright)](image://pickup/magnetfeld-neutral-800x599.jpg)"| markdown }}

Dieses System sieht man auf dem Bild im Stillstand. Die Saite befindet sich ohne Schwingung, ohne Auslenkung im Magnetfeld des Polepieces. Die Verbindung zwischen den beiden wird als rosa Wolke dargestellt.

{{ "[![Die Saite wird ausgelenkt und zieht das Magnetfeld hinterher](image://pickup/magnetfeld-hoch-300x225.jpg?classes=floatright)](image://pickup/magnetfeld-hoch-800x599.jpg)"| markdown }}

Wird die Saite nun ausgelenkt, zieht sie das Magnetfeld wie einen Schweif hinter sich her. Die Auslenkung wird dabei prinzipiell nur auf der Achse des Polepieces wahrgenommen, Schwingungen in anderen Dimensionen wirken sich quasi nicht aus. Durch die Bewegung hoch und der änderung des Magnetfelds wird in der Spule ein Stromfluss in der Richtung der blauen Pfeile bewirkt.

{{ "[![Schwingung in Gegenrichtung bewirkt einen Stromfluss in Gegenrichtung](image://pickup/magnetfeld-runter-300x225.jpg?classes=floatright)](image://pickup/magnetfeld-runter-800x599.jpg)"| markdown }}

Schwingt die Saite in die andere Richtung nach unten, folgt auch hier wieder das Magnetfeld und erzeugt durch die Bewegung in der Spule einen Stromfluss in Gegenrichtung gemäß den blauen Pfeilen. Dieser Wechselstrom kann nun verstärkt werden und treibt in entsprechender Schwingung den Lautsprecher an.

(FORTSETZUNG FOLGT)